Häufig gestellte Fragen

Was ist Taekwon-Do?

Taekwon-Do bedeutet der „Weg von Fuß und Faust“, freier übersetzt „Kunst des Faust und Fußkampfes“ und ist die koreanische Form der waffenlosen Selbstverteidigung. Taekwon-Do bietet ein absolut ausgewogenes Training aus Gymnastik, Koordinations- und Konzentrationsübungen. Traditionelles Taekwon-Do fördert die Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Es kann bis ins hohe Alter betrieben werden, weil Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer erhalten bleiben.

Welche Vorteile hat Taekwon-Do für mich?

Im Taekwon-Do wird nicht nur die körperliche Fitness trainiert, sondern vielmehr der gesamte Körper beansprucht, sowie Koordination, Kraft, Schnelligkeit, Flexibilität und Ausdauer trainiert. Taekwon-Do hilft außerdem beim Stressabbau, fördert Disziplin, Respekt und Selbstvertrauen. Ebenso ist es ein wertvoller Beitrag, der Fertigkeiten zu Selbsbehauptung und Selbstverteidigung vermittelt. Gleichzeitig hilft es auf sportliche und spielerische Art mit Prüfungssituationen (Gürtelprüfungen) umgehen zu lernen.

Wer kann Taekwon-Do lernen?

Jeder! Egal ob Frau oder Mann, jung oder alt. Es kann wirklich jeder traditionelles Taekwon-Do lernen. Es gibt keine Einschränkung, man muss nicht besonders gelenkig oder kräftig sein. Man muss nur lernen wollen. Das ist wirklich alles!

Werden Kinder von Taekwon-Do aggressiv oder gewalttätig?

Nein! Es ist eher das Gegenteil der Fall! Traditionelles Taekwon-Do wird ohne jeglichen Körperkontakt ausgeführt und lehrt somit Selbstkontrolle und Respekt. Es wird vermittelt, dass die einzig richtige Art, einen Konflikt zu lösen, eine gewaltfreie Lösung ist. Denn es braucht viel mehr Kraft und Selbstbewusstsein einfach wegzugehen, als sich zu prügeln. Außerdem können die Kinder ihre aggressive und überschüssige Energie im Training abbauen, welche sonst womöglich negativ eingesetzt würde. Die Kinder lernen Disziplin. Sie müssen sich an die Regeln halten. Sie müssen kontinuierlich an ihren Techniken arbeiten, um besser zu werden. Damit lernen sie auch, sich über einen längeren Zeitraum mit einem Problem zu beschäftigen bzw. sich zu konzentrieren.

Taekwon-Do aus sportmedizinischer Sicht

„Im Vordergrund steht die Ausgewogenheit und enorme Vielfalt, die Traditionelles Taekwon-Do bietet. Alle sportlichen Hauptbelastungsformen werden trainiert (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Gewandtheit, Koordination) unter strikter Vermeidung einseitiger Belastungen. Es erfolgt ein ganzheitliches Training mit dem kompletten Bewegungsausmaß sämtlicher Körperabschnitte in allen Richtungen des Raumes, wodurch insbesondere auch chronischen Schäden am Bewegungsapparat wirkungsvoll vorgebeugt wird. Unterstützend kommen die umfangreiche Budogymnastik und Haltungsschulung zum Tragen, die in jeder Trainingseinheit zum Pflichtprogramm gehören. Diese positiven Effekte des kontinuierlichen Taekwon-Do Trainings wirken sich positiv sowohl auf die körperliche Fitness, als auch auf die Psyche und das Allgemeinbefinden aus.“ In einer multizentrischen, deutschlandweiten, retrospektiven Studie der Orthopädischen Universitätsklinik Jena (1997) mit über 1.300 Teilnehmern wurden diese Beobachtungen eindrucksvoll bestätigt (Dr. med. R. J. Aman, Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin, Eisenberg)

Wie ist das als Anfänger? Passe ich gleich in die Gruppe?

Während den ersten Trainingsstunden werden Sie durch den Meister, einen Trainer oder fortgeschrittenen Schüler persönlich betreut, der mit Ihnen die ersten Grundübungen trainiert. Selbstverständlich nehmen Sie aber von der ersten Stunde am Gruppentraining teil. Jeder Schüler hat so angefangen und kennt die Schwierigkeiten am Anfang. Machen Sie sich deshalb keine Sorgen, wenn Ihnen manche Übungen am Anfang noch Probleme bereiten. Die Philosophie des Taekwon-Do gebietet es, dass Sie von allen Schülern Aufmunterung und Unterstützung erfahren.

Was muss ich anziehen, wenn ich zum Probetraining komme?

Schön, dass Sie sich entschlossen haben, ein Schnuppertraining mitzumachen! Kommen Sie bitte ca. 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn. Für ein Schnuppertraining ist leichte Sportbekleidung (Trainingshose, T-Shirt) ausreichend. Sportschuhe sind nicht erforderlich, da Taekwon-Do barfüßig ausgeübt wird. Selbstverständlich können Sie auch nach einem Schnuppertraining unsere modernen und großzügigen Sanitäranlagen nützen. Denken Sie also auch an Duschgel und Handtuch.

Wie ist das mit der Selbstverteidigung?

Es ist polizeistatistisch erwiesen, dass Menschen mit einem sicheren und selbstbewussten Auftreten wesentlich weniger angegriffen werden als solche, die schon alleine durch ihre Körperhaltung und ihr Auftreten ein potentielles Opfer darstellen. Außerdem werden regelmäßig in den Trainingseinheiten gezielt Selbstverteidigungstechniken geübt, bis sie so in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass sie in einem Ernstfall reflexhaft abgerufen werden können.

Gibt es im Taekwon-Do auch verschiedene Gürtel?

Ja, wie in praktisch allen asiatischen Kampfsportarten wird der Kenntnis- und Wissenstand der Schüler durch verschiedenfarbige Gürtel zum Ausdruck gebracht. Der Anfänger beginnt als Weißgurt, dann folgen der Gelb-, Grün-, Blau- und der Rotgurt. Die Meister tragen einen schwarzen Gürtel. Bei den Schülergürteln gibt es jeweils zwei Stufen, die sich nicht weiter in der Farbe unterscheiden (z.B. 1. und 2. Gelbgurt). Bei den Meistergraden gibt es in unserem Lehrsystem sieben Grade sogenannte Dan. Um eine neue Stufe zu erreichen ist eine Prüfung abzulegen. Die Prüfungsanforderungen sind im Wesentlichen vom Alter und der Gürtelfarbe abhängig. Ein Jugendlicher wird selbstverständlich anders als ein Senior geprüft und ein Weißgurt anders als ein Rotgurt.

Wie schnell kann ich Schwarzgurt werden?

Eine solche Frage, wie auch die Frage nach der nächsten Prüfung, verbietet sich im Traditionellen Taekwon-Do an sich. Grundsätzlich kann jeder, der regelmäßig trainiert nach einigen Jahren die Prüfung zum Schwarzgurt ablegen. Wann und wie lange Sie dazu brauchen, ist im Wesentlichen vom persönlichen Einsatz und ein bisschen vom Talent abhängig. Natürlich gibt es auch Leute, die schaffen es gar nicht, weil sie vorher aufgehört haben. Grundsätzlich ist in unserem System vor dem vollendeten 18. Lebensjahr keine Schwarzgurtprüfung möglich.

Was sind die Unterschiede zwischen „Traditionellem Taekwon-Do“ und „Wettkampf-Taekwondo“?

Traditionelles Taekwon-Do wird ohne Kontakt ausgeführt. Stöße, Tritte und Schläge bei Partnerübungen oder im Freikampf werden auf Grund der hohen Verletzungsgefahr zum Schutz des Partners zielbewusst und kontrolliert vor dem Körper abgestoppt, so dass es zu keinem Kontakt kommt. Da dies ein Höchstmaß an Konzentration und Koordination erfordert, ist der Freikampf nur den fortgeschrittenen Schülern und den Meistern vorbehalten. Die Philosophie des traditionellen Taekwon-Do will nicht die Verletzung oder gar Zerstörung des Gegners, sondern die Persönlichkeitsentfaltung des Einzelnen. Natürlich gibt es auch Turniere, bei denen man sich mit anderen in verschiedenen Disziplinen (Formenlauf, Familien-Formenlauf, Bruchtest, Freikampf) messen kann, aber der sportliche Wettkampf-Aspekt steht beim traditionellen Taekwon-Do nicht im Vordergrund.

Im Gegensatz dazu vertritt die World Taekwondo Federation (WTF) das Wettkampf-Taekwondo, das seit 2000 auch olympische Disziplin ist. Dabei wird mit Schutzausrüstung versehen, Freikampf mit Vollkontakt ausgeübt.